Bald ist es soweit, im Turbach wird diesen November wieder Theater gespielt.

Wir wagen uns an das anspruchsvolle Drama «Schwarmgeischt» vom bestens bekannten Berner Schriftsteller und Lehrer Simon Gfeller (1887 - 1943). 

Der Autor

Mit Simon Gfellers Erstlingsroman «Heimisbach» 1910, kam der grosse Erfolg und spornte ihn zu weiterem Schaffen an. Sein Werk umfasst insgesamt 10 Bände. Gfellers grosse Themen sind der bäuerliche Alltag, der Kampf gegen den Alkoholismus und die Auseinandersetzung mit religiöser Verblendung. 

„Däne wo der Sydefade nid gseh, muess mu es Wäschseili spane!“  

Von 1915 bis 1925 schrieb Simon Gfeller sieben Mundartdramen, die bei ihren Aufführungen durch das Heimatschutz-Theater, beim Publikum und der Presse grosse Erfolge feierten. Einige werden auch heute immer wieder gespielt, darunter das Meisterwerk «Hansjoggeli der Erbvetter» sowie «Geld und Geist», «Probierzit» und eben das grossartige Drama «Schwarmgeischt».

„Bätte isch wine Schluck frisches Wasser, wemu Durscht het, dermit mu wieder mag der Chopf ufha u marschiere.“ 

Die Theaterfassung

Wir spielen eine Fassung von Simon Burkhalter, die als Schauspiel (frei nach Simon Gfeller) geschrieben wurde. Simon Burkhalter ist als Schauspieler und Sänger sowie als Intendant und Regisseur der Freilichtspiele Moosegg tätig. Als Autor widmet sich Burkhalter den Neufassungen grosser Schweizer Autoren. Bisher erschienen sind u.a. «Romeo und Julia auf dem Dorfe», «Chachelihannes» und «Schwarmgeist».

 „Das Stück ist nur Gesellschaften mit verständnisvoller Leitung und einfühlskräftigem Spielpersonal zu empfehlen, denen Zeit und ernster Wille zu einer gewissenhaften Einstudierung nicht mangeln“, schreibt Simon Gfeller zu seinem Drama „Schwarmgeischt“. Weiter erläutert er: „Die Rollen Ueli, Stüdi, Elise und Käthi gehören zum Schwierigsten, was Spielern und Spielerinnen von Volkstheatern bisher zugemutet worden ist. Wer den Verfasser im Bestreben unterstützen möchte, der Volksbühne auch ernste und gehaltvolle Stoffe zugänglich zu machen, wird sich aber durch diese Schwierigkeiten nicht abschrecken lassen“.

„D’Mänschheit isch nid besser wäder e Süffel, wa syni Familie abschleet.“

Das Stück

Die Theatergruppe Turbach hat sich nicht abschrecken lassen. Mit dem Wissen, auf welch schwieriges Unterfangen wir uns einlassen, arbeiten wir seit Januar 2019 intensiv an dieser sehr anspruchsvollen Produktion. Im November soll sie zur Aufführung kommen.

Die Übersetzung vom Berndeutschen ins Saanendeutsche, hat Fritz Müllener kurz vor seinem Ableben gemacht. 

Zusätzlich zum Text und der Handlung, haben wir volkstümliche Klänge und Lieder eingefügt. Ein Lied wurde sogar extra für unsere Produktion vom einheimischen Komponisten Simon Hefti geschrieben. 

Nebst unserem altbewährten Team, ist es uns gelungen, die in der Bissen aufgewachsene Sarah-Luisa Iseli mit ins Boot zu holen. 

Dass sie bei uns mitspielt, freut uns riesig!

„Wir läbe nid für ds’Bätte, wir bätte für ds’Läbe!“

Der Inhalt

( Achtung Spoiler-Alarm )

Da Simon Burkhalter das Theaterstück als Freilichttheater konzipiert hat, mussten wir die Inszenierung für unsere Räumlichkeiten umändern. Das Stück spielt nun auf dem Weiler „Sunigi Egg“ im Saanenland. 

Rund um die Schweiz wütet der 1. Weltkrieg, die Menschen sind arm und die Männer müssen ins Militär, um unsere Grenzen zu bewachen.

An den Frauen zu Hause liegt es, den bäuerlichen Betrieb aufrecht zu erhalten.

Ein kleines Mädchen erkrankt plötzlich. Mutter und Tante meinen, es sei gegen Gottvertrauen, einen Arzt beizuziehen. Die Tante, eine durch Traumgeschichten beeinflusste religiöse Schwärmerin, will durch Glauben und Beten das Kind heilen...

 

Da dieses Jahr an den jeweiligen Aufführungen (Spezialbestuhlung) nur eine begrenzte Anzahl Sitzplätze zur Verfügung stehen und die Plätze meistens schnell ausverkauft sind, empfehlen wir, die Tickets frühzeitig zu bestellen.

 

Die Theatergruppe Turbach freut sich, Sie an unseren Vorstellungen zu begrüssen!